Als
im Jahr 1814 Swinemünder im Meer badeten, überlegte der Magistrat
noch, ob er
sie ins Gefängnis
oder ins Irrenhaus sperren solle. Zehn Jahre später hatte sich die
>Unsitte<
an der pommerschen Küste durchgesetzt: Swinemünde, am Ostzipfel
von Usedom
gelegen und heute zu Polen gehörend, wurde Bad.
Auch
Heringsdorf entwickelte sich zum Seebad, und zwar zum feinsten der Insel.
Aristokraten, Bankiers und Diplomaten schritten hier zum Bade, streng
nach Geschlechtern getrennt; gen Norden die Herren, die Damen nach Süden.
In der neutralen Zone entstand später das Familienbad. In einem Reiseführer
von 1906 als >teuerster Badeort der Ostsee< gepriesen, bot Heringsdorf
seinen Gästen vielfältigste Vergnügungen und stand den
Bädern der Riviera in nichts nach. Heute gehört die einstige
Prüderie der Vergangenheit an; bunt gemischt und >oben ohne<
aalt man sich im weichen Ostseesand.
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